TV08 Feudingen

Eigentlich wollten wir nur turnen…..

Eigentlich wollten wir nur „turnen“, d.h. aufgrund der gegebenen Corona-Einschränkungen und für uns alle besonderen Situation, hatten wir die für uns zuständige Behörde gebeten, für alle Abteilungen unseres Turnvereins die Turnhalle während der Sommerferien nutzen zu dürfen. Selbstverständlich unter Einhaltung aller erforderlichen Auflagen und Vorschriften, die von unserer Landesregierung immer wieder an die gegebenen Umstände angepasst werden. In konstruktiver Art und Weise wollten wir uns mit der Stadtverwaltung abstimmen und unseren Mitgliedern möglichst schnell eine unkomplizierte Wiederaufnahme des Vereinssports ermöglichen.

Was ist daraus geworden?

Anfang Juni stellten wir einen schriftlichen Antrag auf Nutzung der Turnhalle während der Sommerferien.  Mit der Verwaltung der Stadt Bad Laasphe war u.a. abgestimmt, dass erforderliche Reinigungsarbeiten durch uns als Nutzer erfolgen können und keine Hausmeistertätigkeiten erforderlich sind. 

Bereits seit dem 15. Juni sind gem. Erlass Land NRW für Vereine keine Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte mehr erforderlich!

Bis Ende Juni (innerhalb von 4 Wochen!) gab es seitens Verwaltung keine Reaktion auf unseren Antrag

Auf Nachfrage hieß es: „tja, jetzt ist eine Nutzung erst mal nicht möglich, der Hausmeister hat Urlaub und kann das aus Sicherheitsgründen ausgewechselte Schloss nicht austauschen; außerdem sei die Reinigung nicht sichergestellt“

Anfang Juli, die Ferien hatten bereits begonnen, bekamen wir noch einen weiteren Grund zur Nutzungsuntersagung genannt: vorhandene Geräte müssten in den Ferien gewartet werden. Auch dieser Punkt stellt für uns keine Einschränkung dar, da wir nur eigene Geräte nutzen würden – dies wurde unmittelbar von uns mitgeteilt!

Die Stadt forderte jetzt ein von uns aufgestelltes, eigenes Nutzungskonzept – obwohl es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr durch Land NRW als unabdingbar verlangt wurde.

Nach kurzfristiger Erstellung und Vorlage unseres Konzepts bei der Behörde, verlangte die Stadt nun als Nutzungsgrundlage unsere Zustimmung eines jetzt von der Stadt erstellten weiteren Konzepts und forderte unsere Unterzeichnung desselben – u.a. die Halle dürfe nur unter strengen Hygieneauflagen und nur für Kinder und Jugendliche, nicht von Erwachsenen > 18 Jahren, genutzt werden.

Auch dies wurde von uns kurzfristig erledigt. Besonderheit: Handschriftlich ausgefüllt wie verlangt – warum diese Forderung? Die Halle wurde für uns jedoch immer noch nicht geöffnet, obwohl wir seit nun mehr als 7 Wochen alle immer wieder neu hinzukommenden Auflagen der Verwaltung kurzfristig umgesetzt haben.

Völlig unverständlich ist für uns, dass andere Vereine aus dem oberen Lahntal Räumlichkeiten im Bereich der Turnhalle zur sportlichen Nutzung auch für Erwachsenen mit offizieller städtischer Genehmigung während der Ferien nutzen dürfen. Die Anforderungen sollten doch für alle identisch sein, oder?

Jedes Mal, wenn wir eine Auflage der Stadt erfüllt haben, kommt plötzlich eine neue Forderung seitens Kommune hinzu.

Was können wir daraus schließen? Wie sind unsere Wahrnehmungen?

Für die Verantwortlichen der Vereine, die sich wesentlich zum Wohle der jüngeren Bevölkerung einsetzen, stellt dieser bürokratische Verwaltungsakt über einen Zeitraum von knapp 2 Monaten eine höchst demotivierende und frustrierende Situation dar.

Von einem Bürgermeister ist zu erwarten, dass er in Erscheinung tritt und ehrenamtlich Tätige unkompliziert und unbürokratisch unterstützt. Das war hier nicht spürbar. Obwohl der Bürgermeister in Anbetracht der Dringlichkeit auch persönlich in Schriftverkehr einbezogen wurde, trat er schlicht nicht in Erscheinung – kein Gespräch, keine Erläuterung, kein Engagement! Am Ende haben sich mit diesem Verwaltungsakt gut 12 Personen (städt. Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder) über mehr als 7 Wochen in unzähligen Stunden akribischer Arbeit, aufwändiger Recherchen, Schriftverkehr und erfolgten Telefonaten beschäftigt – ohne am Ende ein für unseren Verein brauchbares Ergebnis zu erzielen. 

Es entsteht der Eindruck, dass die Anfang dieser Woche veröffentlichte Presseinfo der Stadt Bad Laasphe Profilrettungsmaßnahmen eines Behördenchefs in Anbetracht anstehender Wahlen sein könnten – aus unserer Sicht geht so etwas nicht!

Von Verwaltungsführern kann man Engagement und Einsatz erwarten, insbesondere wenn es um Wahrung der Interessen unserer Bevölkerung geht!!

Analog erwecken die Kräfte der zuständigen Teilbehörde den Eindruck, angesichts fehlender Lösungsbereitschaft, dass man lieber „die Füße stillhält“ als Fehler zu machen.

Sind solche Verzögerungstaktiken und „Gängelein“ von ehrenamtlich Tätigen tragbar und akzeptabel?

Sandra Strack-Saßmannshausen

  1. Vorsitzende

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